Markku Patronen, CEO und Gründer, Connected Finland & Connected Inventions
Nicht länger ein Nice-to-have: IoT-Lösungen überwachen die Qualität der Luft, die wir atmen, damit wir sicher, gesund und produktiv bleiben.
Die Konzentrationen einiger Schadstoffe in Innenräumen sind oft zwei- bis fünfmal so hoch wie die typischen Werte im Freien. Die Luftverschmutzung in Innenräumen hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen, da die mechanische Belüftung im Interesse der Energieeffizienz reduziert wurde und synthetische Baumaterialien, Einrichtungsgegenstände, Körperpflegeprodukte, Pestizide und Haushaltsreiniger verstärkt verwendet werden.
Schlimmer noch, es hat sich herausgestellt, dass diese Materialien giftige Stoffe (PFAS) freisetzen - so genannte "Ewigkeitschemikalien", weil sie nicht abgebaut werden. Sie reichern sich bei Tieren und Menschen an und werden mit Krebs, Geburtsfehlern, Leber- und Schilddrüsenerkrankungen, verminderter Immunität, Hormonstörungen und einer Reihe anderer schwerer Gesundheitsprobleme in Verbindung gebracht. Forscher der University of Rhode Island und des Green Science Policy Institute haben vor kurzem die Innenraumluft an 20 Standorten getestet und die "ewigen Chemikalien" an 17 Orten nachgewiesen.
Nach Angaben von The Guardian wurde in der in der Zeitschrift Environmental Science & Technology veröffentlichten Studie ein neues PFAS-Messverfahren zur Überprüfung der Luft eingesetzt. Sie fand besonders hohe Werte in mehreren Kindergartenklassenzimmern und überprüfte auch den Vorratsraum eines Outdoor-Bekleidungsgeschäfts, Büros, mehrere Universitätsklassenzimmer, Universitätslabore und einen Aufzug.
In den letzten Monaten hat die Leichtigkeit, mit der sich die Delta-Variante von COVID-19 über die Luft verbreitet, das Bewusstsein für die Luftqualität in Innenräumen geschärft und die Verbesserung der Luftqualität zu einer globalen Priorität gemacht. Der World Green Building Council zitiert eine akademische Studie, der zufolge die Verbesserung der Luftqualität in Innenräumen die Übertragung von Viren durch Aerosole ebenso wirksam reduzieren könnte wie die Impfung von 50-60% der Bevölkerung.